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Ixus 115 HS im Test

Auf der Suche nach einer sehr kompakten Kamera, die ich als Ergänzung zu meiner EOS 550D nutzen will (wenn die 550D zu groß oder nicht erlaubt ist), bin ich nach längerer Suche bei der Ixus 115 gelandet. Sie entspricht im Großen und Ganzen meinen Vorstellungen: Klein und kompakt, weniger als 12 MP, 28 mm Weitwinkel, Offenblende F2.8 im Weitwinkel, Optischer Bildstabilisator, HD-Video. Die Bildqualität sollte natürlich auch nicht schlecht sein.

Daten
Modell Canon Ixus 115 HS
Auflösung 12 Megapxiel
Sensortyp / Sensorgröße CMOS / 1/2.3"
Brennweite / Blende 28-112 mm (4x optisches Zoom) / F2.8-F5.9
Bildstabilisator optisch
Displaygröße / Auflösung 3.0" / 230.000 Subpixel
Videomodus 1080p24 / 720p30 / 640p120 / 320p240
Größe / Gewicht 93 x 56 x 20 mm / 140g
Ixus 115 HS auf Canon.de Link


Bilder





Lieferumfang

  • Akku (Li-on 760 mAh)
  • USB-Kabel, Cinch-Kabel
  • Handschlaufe
  • Handbuch, Handbuch- und Software-CD


Verarbeitung und Größe

Die Ixus 115 HS ist sehr klein und kompakt und besteht nahezu komplett aus Metall. Die Kamera wirkt sehr wertig und stabil. Trotz der kleinen Größe liegt sie noch akzeptabel in der Hand.

Bedienung

Die Ixus bietet wie die meisten Komaptkamera kaum direkte Wahltasten. Dadurch muss man die meisten Einstellungen tief im Menü suchen. Direkt über das Steuerkreuz lassen sich nur die Belichtungskorrektur, der Blitz, das Display und der Fokusmodus aufrufen. Ein sehr gutes Feature für alle Filmer: Videos lassen sich aus dem Fotomodus über einen extra Button sofort starten. Der Play-Modus sowie das Menü können ebenfalls über Tasten aufgerufen werden. Die Tasten selbst sind alle sehr klein - für große Hände zu klein. Eine entspannte Bedienung dürfte für viele dadurch kaum möglich sein. In Anbetracht der Tatsache, dass die Kamera sehr kompakt ist und große Tasten kaum zu realisieren sind, möchte ich dies allerdings nur als kleinen Kritikpunkt werten. Mangels Einstellungsmöglichkeiten werden die Tasten sowieso weniger bedient.

Anschlüsse, Akku und Blitz

An der Seite befinden sich, versteckt hinter einer Schutzkappe, ein USB- und ein HDMI-Port. Über den USB-Port wird das mitgelieferte USB zu Cinch-Kabel angeschlossen. Der Akku reicht in etwa für 200 Fotos und ein paar Minunten Video. Dieser Wert ist gerade noch akzeptabel. Der Blitz lässt sich automatisch, eingeschaltet und mit Langzeitsynchronisierung betreiben. Außerdem kann er natürlich abgeschaltet werden. Die Ausleuchtung der Fotos ist gleichmäßig.

Geschwindigkeit

Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist bei einer Kompaktkamera die "Schnappschusstauglichkeit". Hier kann die Ixus 115 absolut überzeugen. Vom Einschalten bis zum ersten Bild vergehen etwa zwei Sekunden. Dieser Wert kann sich genauso wie die Fokussierzeit sehen lassen. Im Weitwinkel ist das Bild nach ca. 0,3 Sekunden scharf gestellt, im Telebereich dürften ca. 0,5 Sekunden vergehen. (ein Motiv mit ausreichend Kontrast vorausgesetzt)

Display

Das Display bietet mit 3 Zoll und 230.000 Subpixel (also 76.800 Pixel) Standardkost in der Einstiegsklasse der Kompaktkameras. Die Bildqualität ist dementsprechend (allenfalls) ausreichend. Zur Bildkontrolle (Play-Modus) muss man weit ins Bild zoomen. Grundsätzlich ist das Display allerdings gerade noch akzeptabel. Andere Hersteller bieten in diesem Preisbereich aber bereits 460.000 Subpixel, Canon muss hier aufholen. (Vermutlich nur eine Frage der Gewinnmarge)


Bildstabilisator

Ein Bildstabilisator ist von großem Wert, wenn ein Bild etwas länger belichtet werden soll. Deshalb besitzen so gut wie alle Kompaktkameras - die absolute Einstiegsklasse mal ausgenommen - eine Möglichkeit zur Bildstabilisierung. Im Test konnte der Bildstabilisator etwa zwei Blenden ausgleichen. Dies bedeutet, dass nach der Formel für die Freihandgrenze (1/Brennweite) die Brennweite zweimal halbiert werden kann. Bei 28 mm Brennweite ist eine Belichtungszeit von ca. 1/7 Sekunde notwendig, damit das Bild scharf wird. Im Vergleich zu anderen Kameras arbeitet die Bildstabilisierung durchschnittlich. Bessere Systeme erreichen drei bis vier Blenden.

Bildqualität Foto

Als erstes möchte ich auf ein paar theoretische Tests eingehen. (Anmerkungen: Ohne Hilfsmittel lässt sich keine Laborgenauigkeit erreichen, eine Tendenz ist aber in jedem Fall erkennbar)
Verzeichnung und Vignettierung
In der Regel ist die Verzeichnung und Vignettierung nur bei Objektiven mit extremen Werten problematisch. (z.B. bei Superzooms oder sehr lichtstarken Objektiven)
Da die Ixus weder einen großen Brennweitenbereich besitzt, noch sehr lichtstark ist, sollten bei ordentlicher Arbeit der Ingenieure keine Probleme auftreten. In der Praxis sieht es dann auch so aus: Bei 28 Millimeter Brennweite, also dem maximalen Weitwinkel der Ixus, gibt es nur eine minimale Verzeichnung. Ohne Testbild würde diese niemandem auffallen. Auch bei 112 Millimeter, der maximalen Brennweite, ist die Verzeichnung äußerst gering.
Die sehr guten Ergebnisse gelten auch für die Vignettierung (Abschattung des Bildrandes = Eckenabdunkelung). Nur der "Testchart" offenbart eine geringe Vignettierung. In der Praxis fällt diese überhaupt nicht auf.

Schärfe
Viele Kompaktkameras leiden an einem starken Schärfeverlust am Bildrand. Auch bei der Ixus kann man einen kleinen Schärfeabfall erkennen, dieser ist jedoch sehr gering und liegt im unkritischen Bereich.

Der ISO-Test
Eine Kamera soll natürlich nicht nur bei ausreichend Licht gute Bilder machen, auch bei weniger Licht sollen die Ergebnisse zu mindestens akzeptabel sein. Canon verbaut in der Ixus 115 HS einen rückseitig belichteten HS-Sensor und verspricht damit auch gute Bilder bei wenig Licht. Im Vergleich zu anderen Herstellern wurde die Auflösung des Sensor nicht weiter gesteigert, im Vergleich zur Ixus 130 (14 MP) sogar gesenkt. Das Paket aus weniger Pixel und HS-System sollte ein Garant für gute Bilder sein. Wie die Realität aussieht, wird dieser ISO-Test zeigen.



Testbild (100 Prozent) ISO
100
200
400
800
1600
3200


Die Testbilder können überzeugen: Der Rauschfilter hat das Bildrauschen gut im Griff, trotzdem wird das Bild wird nicht zu Tode geglättet. Ein leichter Texturverlust ist bei ISO 400 und ISO 800 erkennbar, aber das Bild ist keinesfalls matschig. Erst ab ISO 1600 werden die Texturen nur noch grob aufgelöst. Für eine Kamera dieser Preisklasse ist das Ergebnis durchaus beachtlich. Der HS-Sensor leistet gute Arbeit.

Bildqualität Video

Die Ixus 115 bietet als eine der ersten Kompaktkameras unter 200 Euro eine Videoaufnahme mit Full-HD-Auflösung (1920x 1080) an. Außerdem möglich: Die kleine HD-Auflösung (1280x 720), die über viele Jahre standardmäßige SD-Auflösung (640 x 480) und Super-Slow-Motion Videos.

Die Bildqualität der Videos ist sehr gut. Da die Kamera keinen permanenten Autofokus bietet (es wird einmal vor dem Auslösen fokussiert), sollte man den Objektabstand während dem Filmen ungefähr einhalten. Auch der optische Zoom funktioniert im Videomodus nicht. Der Digitale Zoom ist eine rein elektronische Vergrößerung und dessen Einsatz nicht zu empfehlen. (Anmerkung: Bei der Ixus 220 HS sind Autofokus und optischer Zoom aktiviert. Besitzer der 220 HS bemängeln allerdings sowohl die Geschwindigkeit des AF, als auch dessen Geräusche. Das beide Features bei der Ixus 115 HS deaktiviert wurden, muss also nicht zwangsläufig ein Nachteil sein). Bei schnellen Schwenks ist auf den Videos der Rolling Shutter-Effekt sichtbar. Das bedeutet, dass eigentlich gerade stehende Gegenstände scheinbar in Schwenkrichtung umfallen. Dieser Effekt resultiert aus der CMOS-Technologie und kann nur durch langsameres Schwenken abgemildert werden. Die Slow-Motion-Videos der Ixus 115 HS sind wegen ihrer geringen Auflösung (640 x 480 bei 120 Fps, 320 x 240 bei 240 Fps) lediglich eine Spielerei.

Videomodi
Auflösung Bilder
pro Sekunde
Bitrate benötigte Speicherkarte
1920 x 1080 24 ~ 34 MBit/s Class 6
1280 x 720 30 ~ 23,5 MBit/s Class 4
640 x 480 30 ~ 10 MBit/s Class 2
320 x 240 30 ~ 2,5 MBit/s Class 2
640 x 480 120 ~ 10 MBit/s* Class 2
320 x 240 240 ~ 2,5 MBit/s* Class 2
Anmerkung *: Die Datenrate der verlangsamt abgespielten Videos liegt bei dieser Bitrate. Während der Aufnahme wird diese deutlich darüber liegen. Vermutliche Datenrate falls eine identische Komprimierung wie bei 30 Fps verwendet wird: 40 MBit bei 640 x 480 und 120 Fps; 20 MBit bei 320 x 240 und 240 Fps.
Die Aufnahmedauer im Videomodus liegt laut Canon bei ca. 10 min bei (Full-)HD und ca. einer Stunde bei SD. Vermutlich (nicht geprüft) wird aber die Grenze von 29:59 Minuten nicht überschritten werden. Die Aufnahmedauer der Slow-Motion-Videos ist zeitlich eng begrenzt.


Praxis

Ausgepackt, eingeschaltet, Foto gemacht. Mit der Ixus 115 HS Fotos zu machen ist sehr einfach und geht auch sehr schnell. Wie bereits im Punkt Geschwindigkeit erwähnt, ist sie schnell startbereit und auch der Fokus arbeitet zügig. Während der Fotograf im Automatikmodus kaum etwas einstellen kann (und damit auch kaum etwas "falsch"), bietet der Programmodus zu mindestens rudimentäre Einstellungsmöglichkeiten: Belichtung, ISO und der AF-Modus sind darunter die wichtigsten. Über viele unterschiedliche Szenenmodi kann z.B. auch eine Langzeitbelichtung gemacht werden. Weniger sinnvoll, aber ganz spaßig: Miniatur- oder Fischaugen-Effekte. Etwas unverständlich arbeitet hingegen der Automatikmodus: Der ISO-Wert wird erhöht, gleichzeitig aber der ND-Filter eingesetzt (siehe Bild 4). Oft wird auch der ND-Filter eingesetzt, die Belichtungszeit könnte aber noch deutlich kürzer sein.

Fazit und Wertung

Pro:
  • wertige Verarbeitung
  • sehr kompakt
  • gute Brennweite
  • relativ lichtstark im Weitwinkel
  • nahezu keine Verzeichnung und Vignettierung
  • kaum Randunschärfe (kann je nach Kamera variieren)
  • gute Bildqualität (Foto und Video)
  • Full-HD-Video
  • High-ISO-Fähigkeit mit gutem Ergebnis
  • extra Videoauslöser
  • nette Spielereien (Slow-Motion-Video, Miniatur-Effekt, Fischaugen-Effekt, ...)

Contra:
  • unterdurchschnittliches Display (zu geringe Auflösung)
  • teilweise unsinnige Aktionen der Automatik
  • sichtbare Chromatische Aberrationen bei starken Kontrasten
  • Akkulaufzeit nur ausreichend (ein Zweitakku ist empfehlenswert)
  • Tasten sehr klein (wegen der Größe nur ein kleiner Kritikpunkt)


Fazit

Die Ixus 115 HS ist für mich in erster Linie eine Schönwetterkamera, trotzdem kann sie auch bei weniger Licht überzeugen. Die Bildqualität der Fotos und Videos ist gut, die schöne Brennweite und die gute Lichtstärke im Weitwinkel sind ideal. Die kleinen Tasten erschweren die Bedienung. Ein kleineres Display (noch dazu etwas höher aufgelöst) hätte mehr Platz für etwas größere Tasten gelassen. Insgesamt kann mich die Ixus 115 nahezu vollständig überzeugen. Bis auf wenige Kritikpunkte ist es eine kleine und gute Kamera mit vielen netten Features.


Testbilder (alle unbearbeitet -> OOC)
Bild 1: 28 mm, F2.8, 1/640, ISO 160
Bild 2: 112 mm, F5.9, 1/200, ISO 125
Bild 3: 28 mm, F2.8, 1/1500, ISO 100
Bild 4: 28 mm, F8, 1/250, ISO 200 (Brennweitenvergleich mit Bild 5)
Bild 5: 28 mm, F5.9, 1/250, ISO 160 (Brennweitenvergleich mit Bild 4)
Bild 6: 28 mm, F8, 1/250, ISO 100
Bild 7: 28 mm, F8, 1/320, ISO 100
Bild 8: 39 mm, F9, 1/250, ISO 100
Bild 9: 62 mm, F4, 1/100, ISO 100
Bild 10: 28 mm, F2.8, 1/500, ISO 100
Bild 11: 112 mm, F5.9, 1/320, ISO 100
Bild 12: 112 mm, F5.9, 1/50, ISO 100
Bild 13: 112 mm, F5.9, 1/160, ISO 100 (Brennweitenvergleich mit Bild 14)
Bild 14: 28 mm, F2.8, 1/1000, ISO 100 (Brennweitenvergleich mit Bild 13)
Bild 15: 28 mm, F2.8, 1/1000, ISO 100
Bild 16: 112 mm, F5.9, 1/400, ISO 100
Bild 17: 28 mm, F2.8, 1/640, ISO 100 (Makro-Modus)
Bild 18: 28 mm, F2.8, 1/640, ISO 100 (Makro-Modus)
Bild 19: 28 mm, F2.8, 1/800, ISO 100 (Miniatur-Effekt)
Bild 20: 28 mm, F2.8, 1/800, ISO 100 (Fischaugen-Effekt)
High-ISO: (lange Belichtungszeiten -> Verwacklungsgefahr)
Bild 21: 62 mm, F4, 1/15, ISO 1600
Bild 22: 39 mm, F3.2, 1/20, ISO 1000
Bild 23: 84 mm, F5, 1/15, ISO 1600
Bild 24: 45 mm, F3.5, 1/25, ISO 800
Bild 25: 72 mm, F4.5, 1/15, ISO 1600
Bild 26: 28 mm, F2.8, 1/30, ISO 800


Testvideos
Bis auf die Slow-Motion-Videos (die ich wegen ihrer Länge kürzen musste) sind die Testvideos die unbearbeiteten Originaldateien aus der Ixus. Bei den Slow-Motion-Videos den VLC-Player nutzen!
Full-HD 1: 1920 x 1080
Full-HD 2: 1920 x 1080
Full-HD 3: 1920 x 1080 mit Digitalzoom
HD: 1280 x 720
VGA: 640 x 480
QVGA: 320 x 240
VGA Slow-Motion: 640 x 480 @ 120 Fps
QVGA Slow-Motion: 320 x 240 @ 240 Fps