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kmg goes Superspeed - volle Geschwindigkeit auch außerhalb des Gehäuses



Filme in Full-HD, Bilder mit 18 Megapixel - meine EOS 550D produziert laufend neues Material. Zweistellige Gigabytezahlen sind dabei die Regel. Eine neue Medien-Festplatte muss also her. Wobei eine bei mir automatisch zwei bedeutet - meine Daten landen grundsätzlich als Backup auf einer zweiten Platte.
Doch welche Schnittstelle ist die Beste?

Eine Übersicht der unterschiedlichen Schnittstellen

  • Der Standard: externe Festplatten mit USB 2.0. Dafür spricht ganz klar der Preis. Kaum teurer als interne Festplatten und in allen Größen und Formatfaktoren verfügbar. Allerdings sind die Transferraten der USB 2.0-Schnittstelle sehr niedrig. Mehr als 30-35 MByte/s sind nicht möglich, viele Festplattengehäuse schaffen noch deutlich weniger. Aktuelle Festplattenmodelle werden dadurch deutlich ausgebremst.
  • Im Kommen: Externe Platten mit neuen, schnellen Schnittstellen. Was durch eSATA begann, wird durch USB 3.0 ergänzt und verbessert. eSATA war und ist vielen PC-Nutzern kaum bekannt. eSATA-Gehäuse werden deshalb meistens von gut informierten Nutzern gekauft - eine Minderheit unter den Käufern. Außerdem hat eSATA mit einigem Nachteilen und Problemen zu kämpfen. Keine Stromversorgung, nur kurze Kabel und Probleme mit HotPlug. Kein Wunder also, dass sich eSATA nie richtig gegen USB durchsetzen konnte. USB 3.0 macht alles besser und ist quasi eine Erweiterung zu USB 2.0 - außerdem vollständig abwärtskompatibel. Die Datenrate einer externen Festplatte liegt damit auf dem Niveau einer internen Festplatte.
  • Die Unbekannte: Auch Firewire fristet wie eSATA ein Nischendasein. Hauptsächlich findet man diese Schnittstelle bei Apple-Rechnern. Auch "Kameramänner" werden sie kennen, denn in vergangenen Zeiten wurden DV-Bänder über Firewire überspielt. Dem Rest dürfte Firewire oder IEEE 1394, wie Firewire auch genannt wird, gänzlich unbekannt sein. Firewire gibt es mit zweierlei Spezifikationen: Die Schnellere (Firewere 800) der beiden schafft bis zu 100 MByte/s, die Langsamere (Firewere 400) liegt in etwa auf dem Niveau von USB 2.0.
  • Externe Festplatten übers Netzwerk: kurz NAS. Sie können in das bestehende Netzwerk eingebunden werden, die Gehäuse sind in beliebiger Größe erhältlich und auch als Medienzuspieler sind die meisten nutzbar. Aber: schnelle Geräte sind teuer und der Stromverbrauch ist wegen der verbauten Hardware auch nicht zu verachten. Als reine externe Speichermedien sind sie deshalb eher ein Spezialfall.

Eine kleine Schnittstellenübersicht

  Datenrate
theoretisch1
Datenrate
real2
Wird die Festplatte3 ausgebremst
     
USB 2.0 60 MByte/s 30-35 MByte/s ja
USB 3.0 625 MByte/s abhängig von der Festplatte nein
eSATA 375 MByte/s abhängig von der Festplatte nein
Firewire 400/800 50/ 100 MByte/s ~ 35 MByte/s/ unbekannt ja
NAS im
1 Gbit/s Netzwerk
125 MByte/s abhängig vom NAS abhängig vom NAS

Erläuterungen:
1Overhead-Informationen und Leitungscodierung nicht herausgerechnet
2Tatsächlich erreichbare Datenrate mit schneller Festplatte
3Bei einer Datenrate von 100 MByte/s lesen und schreiben. Entspricht in etwa einer Festplatte mit 2 Terabyte und 5.400 Umin (aktuell meistverkauftester Typ)

Die Entscheidung: Ich habe mich am Ende für eine preisewerte, schnelle und gleichzeitig auch für die flexibelste Lösung entschieden: USB 3.0. Gehäuse mit USB 3.0-Schnittstelle sind mittlerweile recht preiswert zu bekommen. Ich habe ein Modell von Fantec (Fantec DB-ALU3) gewählt. Mit rund 20 Euro kostet es kaum mehr als ein gutes Gehäuse mit USB 2.0 und auch die Bewertungen klangen positiv. Da meine beiden Rechner, an denen die Festplatten eingesetzt werden sollen, keine USB 3.0-Schnittstellen besitzen, habe ich zusätzlich zwei PCIe-Steckkarten (Transcend USB 3.0 Card) mit jeweils zwei USB 3.0-Schnittstellen gekauft. Ebenfalls preiswert und relativ gut bewertet.

Das Gehäuse: Fantec DB-ALU3
Wie der Name schon sagt, besteht das Gehäuse größtenteils aus gebürstetem Aluminium und fühlt sich sehr wertig an. Auf beiden Seiten befinden sich zwei Plastikabdeckungen, auf der einen Seite davon die USB 3.0-Schnittstelle, der Einschaltknopf und eine blaue LED. Mitgeliefert wird das Netzteil (leider ein Steckernetzteil = "belegt" bei manchen Steckdosem mehr als eine), ein Standfuß zum vertikalen Aufstellen, ein USB 3.0-Kabel (Länge 100 cm) und eine kurze Anleitung.


Die USB 3.0-Karte: Transcend USB 3.0 Card
Die USB 3.0-Karte bietet zwei USB 3.0-Schnittstellen. Sie ist intern über PCI-Express x1 angebunden und benötigt einen zusätzlichen 4-Pin-Stecker. Die Karte passt in jeden PCIe-Slot (x1, x4, x8, x16), allerdings läuft sie laut Anwenderberichten nur in PCIe 2.0-Slots. Der Einbau verläuft wie bei jeder PCIe-Steckkarte, die Treiber werden auf einer Mini-CD mitgeliefert und sind leicht zu installieren.


Die Festplatten: Western Digital Caviar Green WD20EARX

Hersteller Western Digital
Größe 2000 GByte
Schnittstelle SATA III
Drehzahl 5.400 U/min
Cache 64 MByte
Sektoren 4 KByte
Plattergröße 667 GByte



Der Einbau: Der Einbau der Festplatten in das Gehäuse gestaltet sich sehr einfach und ist damit auch für Anfänger geeignet. Gehäuse aufschrauben, Festplatte in den herausziehbaren Schlitten legen und zur USB-Platine schieben. Festplatte festschrauben und den Schlitten in das Gehäuse schieben. Zuschrauben, fertig.


Die Benchmarks: Die Unterschiede könnten nicht deutlicher sein. Während das Gehäuse am USB 2.0-Anschluss Daten mit 25 MByte pro Sekunde überträgt, liegt die maximale Transferrate am USB 3.0-Anschluss bei über 90 MByte/s. In einem praktischen Test mit einer 4 GByte großen ISO-Datei haben sich diese Werte bestätigt. Der USB 3.0-Anschluss liefert im Vergleich zum USB 2.0-Anschluss also ungefähr die vierfache Datenrate.
USB 2.0 USB 3.0

Das Fazit: Jeder, der häufiger größere Datenmengen auf externe Speichermedien kopieren will, sollte eine moderne Schnittstelle wie USB 3.0 oder eSATA wählen. Gerade bei USB 3.0 bleiben dabei alle Vorteile der USB-Schnittstelle (Stromversorgung, Hotplug, Kompatibilität) erhalten.